Kommt sie jetzt, die „Herdprämie“?
26.07.10 / Rund um die Familie / Autor: Ella / Kommentare: (0)
Schlagwörter: Betreueungsgeld, Politik
Das von der CSU so sehr gewünschte Betreuungsgeld, auch gerne als „Herdprämie“ verspottet, ist auch in der FDP umstritten. Wenn es tatsächlich 2013 kommt, was bewirkt es dann?
Das Betreuungsgeld soll 2013 an Eltern ausgezahlt werden, die Kinder unter drei Jahren zu Hause betreuen und nicht an Kita & Co. abgeben. Das hatten CDU, CSU und FDP im Koalitionsvertrag festgeschrieben, die Initiative dazu war jedoch von den Christsozialen ausgegangen.
Ziel der Gesetzesänderung ist es, die Leistung der Eltern bei der Kinderbetreuung stärker als bisher zu würdigen. Außerdem soll Eltern mit dem Geld mehr Freiheit bei der Wahl der Art ihrer Kinderbetreuung verschafft werden. Mit 150 Euro monatlich soll das geschehen.
Nachteile für Kinder aus sozial schwachen Familien
Kritiker bemängeln, dass die Prämie höchstens einen negativen Effekt auf sozial schwache, bildungsferne Familien hat. In solchen würde das Geld besonders dazu anregen, die Kinder bis zu drei Jahre zu Hause zu erziehen. Und damit wären die Jungen und Mädchen, die Anregungen durch Betreuungsinstitutionen am dringendsten benötigen, Bildungspotenziale verwehrt. Und letztlich Erziehungsdefizite verwehrt.
Gruppenerfahrung sind wichtig für das Selbstwertgefühl
Aber auch Kinder, die der bürgerlichen Mitte entspringen, profitieren von Besuchen von Krippe & Co., das sie sozial wichtige Gruppenerfahrungen ermöglichen, die ihnen zu Hause nicht geboten werden kann. Und Wissenschaftler wissen inzwischen, das Kinder, die schon früh gelernt haben, Vertrauen zu anderen Menschen und Orten aufzubauen, später sozial kompetenter, flexibler und selbstbewusster sind. Manche Mütter und Väter betonen jedoch, wie Wichtig ihnen die Anerkennung ihrer Leistung als Erzieher ist, die sie durch die Prämie auch erfahren. Weniger, durch die Höhe des Betrages, mehr durch das Prinzip.
Regierungskoalition: Wer setzt sich durch?
Innerhalb der Regierung mehren sich nun aber nun Stimmen aus CDU und FDP, die die „Herdprämie“ im Zuge der Sparmaßnahmen opfern wollen. CSU-Chef Seehofer warnte allerdings schon, dass seine Partei die insgesamt geplanten Einschnitte bei Familienleistungen nur mitmachen würde, wenn das Betreuungsgeld nicht zur Disposition gestellt wird. Ob es also nun bei den Familien ankommt, wird an daran hängen, wer sich in der Regierungskoalition durchsetzt.
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